15.02.2018

Micro Moments - die entscheidenden Momente

Micro Moments sind das neue Buzzword im digitalen Marketing. Google hat den Begriff inspiriert und wir möchten Ihnen erklären, was es damit auf sich hat und wie der stationäre Einzelhandel diese Momente für sich nutzen kann.

Was sind Micro Moments?

Ihre Kunden sind heutzutage quasi rund um die Uhr online. Egal ob im Supermarkt vor dem Regal, zu Hause auf dem Sofa oder auf dem Bahnhof auf den nächsten Zug wartend:
Das Smartphone ist zur ersten Informations-Quelle geworden. Keine Frage ist noch so abwegig, als dass sie sich nicht binnen Sekunden über eine gezielte Suche im Internet beantworten ließe. Der Moment, in dem wir zum Smartphone greifen, ist ein Micro Moment. Und genau in diesem Moment tritt der Nutzer in Kontakt - mit Marken, Unternehmen, Produkten, Händlern, usw.

Der große Vorteil in der Wahrnehmung dieser Momente liegt in dem Unterschied zwischen Pull- und Push-Marketing. Reagieren Nutzer zunehmend ablehnend gegenüber Push-basierten Werbeformen, so hat der Micro-Moment- Lieferant in diesem Fall den Nutzer auf seiner Seite: Hat dieser doch selbst die Information gesucht. Entsprechend offen steht er der angebotenen Hilfe bzw. Information gegenüber. Diese Momente sind ein geeigneter Zeitpunkt, um Marken und Produkte in der Zielgruppe zu positionieren. 

„These are the moments when we [the potential customers, Anm.] want help informing our choices or making decisions. For marketers, these moments are an open invitation to engage. And they’re the moments you have to be ready for.“ (Quelle: thinkwithgoogle.com/PDF)

Google unterschiedet zwischen vier unterschiedlichen Micro Moments: 

1) Ich-will- mir-das- ansehen-Moment
Nutzer suchen nach einer ganz bestimmten Information. In diesem Moment sind sie sehr offen für werbliche Botschaften, die sie sich mit Content befassen, der ihnen etwas bietet. Marken können sich mit gleichen Interessen einklinken und dort gezielt ihre Produkte oder Dienstleistungen bekannt machen. 

2) Momente der Entscheidung
"I-want- to-go moments" sind für lokale Unternehmen überaus interessant. Potentielle Kunden suchen mit ihren Smartphones nach Produkten in ihrer Umgebung oder nahegelegenen Orten. Sie wissen meist relativ genau, was sie suchen und schon während der Suche fällt die Entscheidung, wohin sie letzten Endes gehen werden. Als Einzelhändler können Sie auf solche lokalen Suchanfragen mit den richtigen Werbeformen vorbereitet sein und neue Kunden erreichen.

3) Momente der Handlung
In den sogenannten "I-want- to-do moments" wünschen sich Nutzer die Lösung für ein konkretes Problem mithilfe von Informationen aus dem Netz. Das kann die Montage eines IKEA-Regals sein. Oder eine Anleitung für Blätterteig in Konditoren-Qualität. In diesem Moment sind kurze, einfache, plakative Lösungen gefragt –z.B. Anleitungen, Checklisten oder kurze Video-Tutorials.

4) Momente des Kaufens
In den "I-want- to-buy moments" entscheiden sich Nutzer auf Grundlage der ihnen (online) zur Verfügung stehenden Informationen zum Kauf.
Solche Momente finden im Laufe eines Tages unzählige Male statt – und es werden künftig immer mehr.

Micro Moments als Teil der Content-Strategie

Was bedeuten die Micro Moments für die, die im Internet für Ihre Produkte, Marken oder auch Dienstleistungen werben?
Google benennt drei entscheidende Phasen:

  • Be there: Der Händler muss über die gesamte Customer Journey präsent sein und nicht nur dann, wenn seine Zielgruppe zum Kaufen bereit ist.
  • Be useful: Welchen hilfreichen Content kann ich meinen Zielgruppen anbieten? Was genau braucht der Nutzer in diesem Moment? Welche Anforderungen stellt er durch seine (z.B. mobile Nutzung) an deine Inhalte?
  • Be quick: Sei schnell(er) als die anderen!
Fazit

Um Micro Moments für sich zu nutzen, bedarf es einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen und Erwartungen der bestehenden und potentiellen Kunden. Ohne strukturiertes Vorgehen ist kein Unternehmen in der Lage, diese Momente zu identifizieren und für sich in digitalen Content zu übersetzen. Selbst Neues zu kreieren und die Nachfrage danach zu generieren, kann eine Antwort darauf sein.
Entscheidend wird sein, den Nerv der Zeit zu treffen, ein Bedürfnis in unseren Zielgruppen ansprechen und es dann in passender Form zu bedienen. Denn...

„Consumer behavior and expectations have forever changed. With powerful phones in our pockets, we do more than just check the time, text a spouse, or catch up with friends. We turn to our phones with intent and expect brands to deliver immediate answers. It’s in these I-want- to-know, I-want- to-go, I-want- to-do, I-want- to-buy moments that decisions are made and preferences are shaped“ (Quelle: thinkwithgoogle.com/micromoments).

Stationäre Einzelhändler sollten Micro Moments daher nicht den Onlinehändlern überlassen, sondern mit ihren Produkten zur Stelle sein. Mit Googles Local Inventory Ads steht ihnen hierfür ein geeignetes Werkzeug zur Verfügung. 

© GEObuy, a.mueller


GEObuy bietet dem stationären Einzelhandel einfachen Zugang zu geolokalem Onlinemarketing. Basis hierfür ist unsere Software PRESTO - eine webbasierte Middleware, über die sich Warenbestände und Standorte des Einzelhandels mit lokal ausgerichteten Online-Werbeformen verbinden lassen.